Diodenlaser oder CO2-Laser (oder Faser)? Die Entscheidungshilfe

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Du willst dir einen Laser anschaffen und stolperst über drei Bauarten: Diode, CO2 und Faser. Der Unterschied ist nicht die Wattzahl, sondern die Wellenlänge, und die entscheidet, welche Materialien du überhaupt bearbeiten kannst. Für eine kleine Werkstatt kommen dazu Größe, Kühlung und die Frage, ob das Gerät in einen Wohnraum gehört.

Warum die Wellenlänge alles entscheidet

Ein Laser arbeitet nur dort, wo das Material sein Licht aufnimmt. Geht das Licht hindurch oder wird es gespiegelt, passiert nichts, egal wie viel Leistung du einstellst.

  • Diodenlaser arbeiten mit sichtbarem blauem Licht um 450 nm. Holz, Leder und dunkle Pigmente nehmen es gut auf, klares Acryl und Glas lassen es durch.
  • CO2-Laser arbeiten bei 10,6 µm im fernen Infrarot. Organische Materialien wie Holz, Acryl, Leder, Papier und Stoff nehmen diese Wellenlänge sehr gut auf, blankes Metall spiegelt sie fast vollständig zurück.
  • Faserlaser arbeiten bei 1.064 nm im nahen Infrarot. Metalle nehmen dieses Licht gut auf, Holz und klarer Kunststoff kaum.

Der Vergleich auf einen Blick

Diodenlaser CO2-Laser Faserlaser
Wellenlänge ca. 450 nm (blau) 10,6 µm (Infrarot) 1.064 nm (Infrarot, unsichtbar)
Holz, Leder, Karton gut sehr gut, schneidet dicker kaum geeignet
Dunkles Acryl ja ja kein typischer Einsatz
Klares Acryl nein ja, schneidet sauber nein
Glas klares Glas: nein gravieren (mattieren) kein typischer Einsatz
Blankes Metall Edelstahl je nach Gerät oberflächlich, Gold, Silber, Kupfer, blankes Alu nur mit IR-Modul nur mit Markierspray ja, auch tief gravieren
Wirkungsgrad über 40 Prozent ca. 8 Prozent 15 bis 20 Prozent
Kühlung Luft (Lüfter am Modul) Glasröhre: Wasserkühlung je nach Gerät
Wartung sehr gering Spiegel ausrichten, Röhre verschleißt sehr gering
Größe (Beispiele) Desktop ab ca. 150 x 150 mm Fläche xTool P2S: 1 m breit, ca. 45 kg kompakt

Wirkungsgrade und Wartungsangaben nach Trotec, Materialangaben nach Trotec und xTool. “Kein typischer Einsatz” heißt: Die Hersteller nennen es nicht als Anwendung, verlasse dich nicht darauf. Ob ein Diodenlaser blanken Edelstahl markiert, beschreiben die Hersteller unterschiedlich. Verlass dich nur auf die Angabe für dein Gerät.

Geschwindigkeit: Watt ist nicht gleich Watt

Auch bei gleicher Wattzahl sind Diode und CO2 nicht gleich stark. Beide Angaben meinen meist die optische Leistung, aber Holz und Acryl nehmen die 10,6 µm des CO2-Lasers sehr viel wirksamer auf als die 450 nm der Diode. Bei Diodenlasern prüfst du außerdem, ob wirklich die optische Leistung genannt ist und nicht die elektrische Eingangsleistung, die etwa beim Vierfachen liegen kann.

xTool wirbt für den CO2-Laser P2S damit, laut eigenem Labortest bis zu 500 Prozent schneller zu schneiden als andere 40-W-Diodengeräte. Das ist eine Werbeangabe, die Prüfbedingungen sind nicht bekannt. Die Richtung stimmt aber: Wer viel schneidet, ist mit CO2 deutlich schneller.

Beim Gravieren ist der Abstand kleiner. Diodenlaser haben einen kleinen Brennfleck und gravieren fein, für Fotogravur auf Holz reichen sie gut aus.

Größe, Kühlung, Wartung: was das im kleinen Raum bedeutet

Diodenlaser passen gut auf einen Schreibtisch und kommen ohne Kühlung und Röhre aus. Das Modul wird mit Luft gekühlt, es gibt keine Röhre, die altert, und keine Spiegel, die du ausrichten musst.

CO2-Laser sind deutlich größer. Der xTool P2S misst rund 1.000 x 639 x 268 mm und wiegt etwa 45 kg, das ist ein Möbelstück, kein Tischgerät. Dazu kommen:

  • Wasserkühlung: Die Glasröhre braucht einen Kühlkreislauf. xTool nennt für den P2S einen Betriebsbereich von 10 bis 30 °C, kann es unter 0 °C kalt werden, muss Frostschutzmittel ins Kühlwasser. Ein unbeheizter Keller oder eine Garage im Winter ist damit ein Problem.
  • Verschleiß: Die Glasröhre ist laut xTool auf 6.000 bis 8.000 Betriebsstunden ausgelegt. Die Leistung sinkt dabei schleichend, am Ende auf etwa 70 Prozent, dann steht ein Tausch an.
  • Spiegel: Der Strahl läuft über mehrere Spiegel zur Linse. Verstellen sie sich, sinkt die Leistung. Bei den meisten Geräten richtest du sie von Hand aus, einige neue Geräte wie der Bambu Lab R1 machen das automatisch.

Faserlaser sind kompakt und nahezu wartungsfrei. Für die Wohnung sind sie trotzdem meist die falsche Wahl, siehe unten.

Laserklasse: bei CO2 und Faser genau hinsehen

Für die Wohnung gilt bei jeder Bauart: nur ein geschlossenes Gerät, das nach EN 60825-1 als Klasse 1 eingestuft ist. Viele Hersteller nennen nur “Class 1 (FDA)”, das ist die US-Einstufung. Steht EN 60825-1 nicht im Datenblatt, frag beim Händler nach der Konformitätserklärung. Warum das so wichtig ist, steht im Ratgeber Lasergravierer in der Wohnung.

Bei Desktop-Faserlasern ist die Lage noch deutlicher: xTool stuft den F2 Ultra in seinen EU-Sicherheitshinweisen in beiden Varianten als Klasse 4 ein, bestimmt für den professionellen Einsatz mit Laserschutzbeauftragtem. Der Infrarotstrahl bei 1.064 nm ist zudem unsichtbar. Ein solches Gerät gehört nicht in eine Wohnung mit Mitbewohnern oder Kindern.

Musst du beim Fokussieren oder Warten doch eine Schutzbrille tragen, muss sie nach EN 207 für genau die Wellenlänge deines Lasers ausgelegt sein, mit Betriebsart und Schutzstufe (LB-Stufe) aus dem Handbuch. Eine CO2-Brille schützt nicht vor einem Diodenlaser und umgekehrt.

Rauch: bei allen drei gleich

Die Bauart ändert nichts daran, dass beim Lasern Rauch, Feinstaub und Gase entstehen. CO2-Laser bearbeiten mehr Material in kürzerer Zeit und haben oft stärkere Abluftlüfter, die Abluftleitung muss entsprechend mithalten. Wie du den Rauch loswirst, steht im Ratgeber Abluft oder Luftreiniger.

Die Entscheidung

  • Du gravierst Holz, Leder, Karton, Schiefer und schneidest dünnes Sperrholz: Diodenlaser. Er ist kleiner, einfacher im Unterhalt und für die meisten Hobbyprojekte ausreichend.
  • Du willst klares Acryl schneiden, Glas gravieren oder viel und dick Holz schneiden: CO2-Laser, aber nur mit festem Platz am Fenster, beheiztem Raum und in der Klasse-1-Variante.
  • Du willst Metall dauerhaft und tief gravieren: Faserlaser, aber realistisch eher in einer Werkstatt außerhalb der Wohnung. Für gelegentliche Metallmarkierungen reicht oft ein Diodenlaser mit Infrarot-Zusatzmodul, wie ihn etwa Creality, Sculpfun und xTool für einige Geräte anbieten. Beachte: Das Infrarotmodul arbeitet mit unsichtbarem Licht bei 1.064 nm. Eine Schutzbrille für den Diodenlaser deckt diese Wellenlänge meist nicht ab, du brauchst eine Brille nach EN 207 für beide Wellenlängen.

Ehrlich gesagt: Die meisten Einsteiger fahren mit einem geschlossenen Diodenlaser besser und günstiger. Einen CO2-Laser kaufst du, wenn du an die Grenzen der Diode stößt, nicht vorher.

Für alle Bauarten gilt: nie unbeaufsichtigt lasern, mehr dazu in Lasergravierer in der Wohnung.

Diode, kompaktCreality Falcon A1C

Kleiner geschlossener Einstieg für Gravuren auf Holz und Leder.

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Diode, großxTool M2

Große Fläche im geschlossenen Gerät, schneidet auch Sperrholz.

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CO2xTool P2S 55W

Für klares Acryl und Glas, in der Klasse-1-Variante und mit Platz am Fenster.

Bei Amazon ansehen*Details weiter unten
ModellLaserleistungArbeitsflächeLaserklassePreisklasseLink
Creality Falcon A1CCreality5 W oder 10 W Diode, laut Hersteller (Art der Angabe unklar)ca. 150 x 150 mmgeschlossen, Klasse 1 laut Hersteller (Handbuch: FDA-Einstufung)€Amazon*
xTool M2xTool10 W oder 20 W Diode, optional 3 W IR, laut Hersteller (Art der Angabe unklar)426 x 320 mmgeschlossen, Klasse 1 laut Hersteller€€€Amazon*
xTool S1 20WxTool20 W Diode (auch als 40 W), laut Hersteller (Art der Angabe unklar)498 x 330 mm (20-W-Version laut Hersteller)geschlossen, Klasse 1 laut Hersteller€€€€Amazon*
xTool P2S 55WxTool55 W CO2 (Glasröhre), laut Hersteller (Art der Angabe unklar)600 x 305 mmKlasse-1- und Klasse-4-Variante laut xTool-Sicherheitshinweisen€€€€Amazon*
Diode, kompakt

Creality Falcon A1C

Creality, Preisklasse € (Einsteiger)

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Kompakter, geschlossener Einsteigerlaser mit Autofokus und optionalem Infrarotmodul. Erst seit Sommer 2026 auf dem Markt, Langzeiterfahrungen fehlen noch.

  • Laserleistung 5 W oder 10 W Diode, laut Hersteller (Art der Angabe unklar)
  • Arbeitsfläche ca. 150 x 150 mm
  • Laserklasse geschlossen, Klasse 1 laut Hersteller (Handbuch: FDA-Einstufung)

Geeignet für: Einsteiger, die Geschenke und Kleinteile gravieren wollen

Datenblatt, Vor- und Nachteile
Laserleistung
5 W oder 10 W Diode, laut Hersteller (Art der Angabe unklar)
Arbeitsfläche
ca. 150 x 150 mm
Laserklasse
geschlossen, Klasse 1 laut Hersteller (Handbuch: FDA-Einstufung)
Software
Falcon Design Space, LightBurn

Vorteile

  • sehr günstiger Einstieg
  • geschlossenes Gehäuse
  • modular erweiterbar

Nachteile

  • kleine Arbeitsfläche
  • 5-W-Version schneidet nur langsam in mehreren Durchgängen
  • noch wenige Langzeiterfahrungen
  • Handbuch nennt Klasse 1 nur nach FDA, EN-60825-1-Angabe beim Händler erfragen
Diode, groß

xTool M2

xTool, Preisklasse €€€ (Gehoben)

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Geschlossener Diodenlaser mit großem Arbeitsbereich, zwei Kameras und optionalem Farbdruckmodul. Seit 2026 erhältlich.

  • Laserleistung 10 W oder 20 W Diode, optional 3 W IR, laut Hersteller (Art der Angabe unklar)
  • Arbeitsfläche 426 x 320 mm
  • Laserklasse geschlossen, Klasse 1 laut Hersteller

Geeignet für: Kreative Hobbyisten und Kleingewerbe mit Abluftmöglichkeit

Datenblatt, Vor- und Nachteile
Laserleistung
10 W oder 20 W Diode, optional 3 W IR, laut Hersteller (Art der Angabe unklar)
Arbeitsfläche
426 x 320 mm
Laserklasse
geschlossen, Klasse 1 laut Hersteller
Software
xTool Studio

Vorteile

  • große Fläche im geschlossenen Gerät
  • Laser und Farbdruck in einem Gerät
  • Materialerkennung per Kamera

Nachteile

  • Tintenkartuschen als laufende Kosten
  • Farbdruck nur auf saugfähigen Materialien
  • ca. 12 kg und großer Platzbedarf
CO2

xTool P2S 55W

xTool, Preisklasse €€€€ (Profi)

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Geschlossener Desktop-CO2-Laser mit großer Arbeitsfläche, der auch klares Acryl schneidet und Glas graviert. Es gibt eine Klasse-1- und eine Klasse-4-Variante, für die Wohnung kommt nur die Klasse-1-Variante infrage.

  • Laserleistung 55 W CO2 (Glasröhre), laut Hersteller (Art der Angabe unklar)
  • Arbeitsfläche 600 x 305 mm
  • Laserklasse Klasse-1- und Klasse-4-Variante laut xTool-Sicherheitshinweisen

Geeignet für: Ambitionierte Hobbyisten mit festem Platz am Fenster, die Acryl und Glas bearbeiten wollen

Datenblatt, Vor- und Nachteile
Laserleistung
55 W CO2 (Glasröhre), laut Hersteller (Art der Angabe unklar)
Arbeitsfläche
600 x 305 mm
Laserklasse
Klasse-1- und Klasse-4-Variante laut xTool-Sicherheitshinweisen
Kühlung
Wasserkühlung, 1,4 l
Maße
1.000 x 639 x 268 mm
Gewicht
ca. 45 kg

Vorteile

  • schneidet klares und farbiges Acryl
  • graviert Glas und Stein
  • große Arbeitsfläche, Kameras und Autofokus

Nachteile

  • ca. 45 kg und fast einen Meter breit
  • Laserröhre ist ein Verschleißteil (laut Hersteller 6.000 bis 8.000 Stunden, Leistung sinkt dabei auf etwa 70 Prozent)
  • Betrieb laut Hersteller bei 10 bis 30 °C, unter 0 °C Frostschutz im Kühlwasser nötig, unbeheizte Keller sind heikel
  • beim Kauf auf die Klasse-1-Variante achten

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Häufige Fragen

Ist ein 40-W-Diodenlaser so stark wie ein 40-W-CO2-Laser?

Nein. Bei beiden Bauarten bezeichnet die Wattzahl meist ungefähr die optische Leistung, also das Licht, das tatsächlich herauskommt. Holz und Acryl nehmen das Infrarotlicht des CO2-Lasers aber viel besser auf als das blaue Licht der Diode. Deshalb schneidet ein CO2-Laser bei gleicher Wattzahl deutlich dicker und schneller.

Kann ein Diodenlaser Glas gravieren?

Direkt nicht, das blaue Licht geht durch klares Glas hindurch. Glas gravierst du mit einem CO2-Laser oder mit einem UV-Laser.

Brauche ich beim CO2-Laser eine andere Schutzbrille als beim Diodenlaser?

Ja. Eine Laserschutzbrille schützt nur bei den Wellenlängen, für die sie nach EN 207 ausgelegt ist. Eine Brille für 10,6 µm (CO2) hilft nicht gegen 450 nm (Diode) und umgekehrt. Im Normalbetrieb eines geschlossenen Klasse-1-Geräts brauchst du keine Brille.

Kann ich einen CO2-Laser im unbeheizten Keller betreiben?

Eher nicht. Glasröhren-Laser sind wassergekühlt. xTool nennt für den P2S einen Betriebsbereich von 10 bis 30 °C. Kann es unter 0 °C kalt werden, muss Frostschutzmittel ins Kühlwasser, sonst kann die Röhre platzen. Ein Keller, der im Winter unter 10 °C abkühlt, passt nicht.

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