Werkstatt-Grundausstattung: Was du wirklich brauchst (nach Budget)

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Die meisten Fehlkäufe in der Hobbywerkstatt passieren ganz am Anfang: der Koffer mit 80 Teilen, das zweite Akkusystem oder die Tischkreissäge, die im Mietkeller niemand hören will. Diese Seite zeigt dir, was du in welcher Reihenfolge brauchst, passend zu drei Budgets.

Die Reihenfolge, die sich bewährt

  1. Akku-Bohrschrauber im Set mit zwei Akkus, dazu Bitset, Holzbohrersatz und ein Kegelsenker. In Hartholz und Multiplex vorbohren und senken, sonst reißt das Holz.
  2. Messen und Anreißen: Zollstock, Anschlagwinkel, Bleistift, Cuttermesser
  3. Zwingen und Leim: mindestens vier, besser sechs Zwingen, dazu Holzleim der Klasse D3 nach DIN EN 204, der auch die höhere Luftfeuchte im Keller verträgt.
  4. Arbeitsfläche: zwei stabile Böcke mit Platte oder ein klappbarer Spanntisch, damit du Werkstücke einspannen kannst.
  5. Japansäge für saubere, leise Schnitte
  6. Stichsäge für Kurven und Ausschnitte
  7. Schleifklotz und Schleifpapier in mehreren Körnungen für Kanten und Oberflächen.
  8. Schutzausrüstung: Schutzbrille, Gehörschutz, FFP2-Masken (bei viel Hartholz FFP3). Was hinter Begriffen wie FFP2 oder Staubklasse steckt, erklärt das Glossar.
  9. Danach je nach Projekt: Multitool, Exzenterschleifer und ein Sauger mit Staubklasse L

Paket 1: rund 500 Euro

Für Gelegenheitsheimwerker: Möbel aufbauen, Regale montieren, erste kleine Holzprojekte. Geschliffen wird hier noch wenig, deshalb gehört der Schleifer erst in Paket 2. Wähle eine der beiden Varianten:

Gerät Variante Einhell Power X-Change Variante Bosch Grün (Power for All)
Bohr- oder Schlagbohrschrauber im Set mit 2 Akkus Einhell TE-CD 18/50 Li-i BL Bosch UniversalDrill 18V-60
Stichsäge (solo) Einhell TE-JS 18/80 Li Bosch UniversalSaw 18V-100
Multitool (solo) Einhell Varrito Bosch AdvancedMulti 18
Handwerkzeug und Schutz Zwingen, Böcke oder Spanntisch, Winkel, Japansäge, Zollstock, Bits, Brille, Gehörschutz, FFP2 gleich

Der Einhell ist ein Schlagbohrschrauber, der Bosch ein Bohrschrauber ohne Schlagwerk. Das Schlagwerk brauchst du nur für gelegentliche Dübellöcher in Mauerwerk, für Holz und Montage reicht der Bohrschrauber.

Einhell ist günstiger und hat mehr Werkstattgeräte, Bosch Grün lohnt sich, wenn du auch Gartengeräte mit demselben Akku betreiben willst. Ein einfacher Nass-Trockensauger ohne Staubklasse reicht nur für grobe Späne und zum Aufräumen. Sobald du mit dem Multitool schleifst, gehört ein Sauger mit Staubklasse L dazu (siehe Paket 2). Mit Nass-Trockensauger liegst du bei rund 600 Euro.

Preis-Tipp

Einhell TE-CD 18/50 Li-i BL

Einhell, Preisklasse € (Einsteiger)

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Günstiger bürstenloser Schlagbohrschrauber im Power X-Change System. Solide für Möbelmontage, Regale und erste Projekte.

  • Drehmoment 50 Nm (hart)
  • Motor bürstenlos
  • Gewicht ca. 1,1 kg ohne Akku

Geeignet für: Gelegenheitsheimwerker und alle, die günstig in ein breites Akkusystem einsteigen wollen

Datenblatt, Vor- und Nachteile
Drehmoment
50 Nm (hart)
Motor
bürstenlos
Gewicht
ca. 1,1 kg ohne Akku
Akkusystem
Einhell Power X-Change 18V

Vorteile

  • sehr günstiger Einstieg
  • bürstenloser Motor
  • Schlagfunktion für gelegentliche Dübellöcher in Mauerwerk

Nachteile

  • Verarbeitung auf Hobby-Niveau
  • für Stahlbeton zu schwach

Bosch AdvancedMulti 18

Bosch (Home & Garden), Preisklasse € (Einsteiger)

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Akku-Multitool der grünen Bosch-Linie mit werkzeuglosem Zubehörwechsel.

  • Werkzeugaufnahme Starlock mit AutoClic
  • Schwingungen 10.000 bis 20.000 /min
  • Schwingwinkel 2,8°

Geeignet für: Einsteiger mit Bosch-Grün-Akkus

Datenblatt, Vor- und Nachteile
Werkzeugaufnahme
Starlock mit AutoClic
Schwingungen
10.000 bis 20.000 /min
Schwingwinkel
2,8°
Gewicht
1,5 kg laut Bosch
Akkusystem
Power for All 18V

Vorteile

  • Zubehör ohne Werkzeug wechseln
  • passt zum Power-for-All-Akku
  • großes Starlock-Zubehörangebot

Nachteile

  • Robustheit auf Hobby-Niveau
  • Bosch empfiehlt Akkus ab 2,5 Ah

Bosch UniversalSaw 18V-100

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Akku-Stichsäge der grünen Bosch-Linie mit vierstufigem Pendelhub und 100 mm Schnitttiefe in Holz. Läuft mit allen Akkus der Power for All Alliance und ist als Solo-Gerät die naheliegende Stichsäge für Bosch-Grün-Nutzer.

  • Hub von Bosch nicht angegeben
  • Hubzahl bis 2.600 /min
  • Schnitttiefe Holz max. 100 mm

Geeignet für: Heimwerker mit Bosch-Grün- oder anderen Power-for-All-Akkus, die Kurven und Ausschnitte sägen

Datenblatt, Vor- und Nachteile
Hub
von Bosch nicht angegeben
Hubzahl
bis 2.600 /min
Schnitttiefe Holz
max. 100 mm
Schnitttiefe Stahl
max. 8 mm
Schnitttiefe Alu
max. 18 mm
Gewicht
1,6 kg ohne Akku laut Bosch

Vorteile

  • vierstufiger Pendelhub für schnelle Schnitte in Weichholz
  • Drehzahl über den Schalter regelbar, Sanftanlauf
  • werkzeugloser Sägeblattwechsel (SDS)
  • Spanreißschutz und transparente Abdeckung im Lieferumfang

Nachteile

  • Bosch nennt keine Hubhöhe
  • Akku und Ladegerät nicht im Lieferumfang der Solo-Variante

Paket 2: rund 1.000 Euro

Für alle, die regelmäßig bauen: Regale, kleine Möbel, Renovierung. Jetzt kommen Schleifen und gerade Schnitte dazu, und damit wird Staub zum Thema.

  • Paket 1 wie oben
  • Sauger mit Staubklasse L und Gerätesteckdose
  • Exzenterschleifer mit Kabel: Er startet den Sauger automatisch über die Gerätesteckdose mit. Akkugeräte können das nicht über die Steckdose, sondern nur mit einer nachrüstbaren Funklösung
  • Einsteiger-Tauchsäge mit Schiene für gerade Plattenzuschnitte
  • Stechbeitel und Kombiwinkel
  • optional Bohrhammer, wenn deine Wände aus Beton sind

Ganze Platten bekommst du kaum in den Keller. Lass sie im Baumarkt auf Transportmaß vorschneiden (Auto, Tür, Kellertreppe vorher messen) und säge zu Hause auf einer Dämmplatte am Boden oder auf Böcken.

Staubklasse L

Makita VC2512L

Makita, Preisklasse €€ (Mittelklasse)

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Werkstattsauger mit Staubklasse L und Gerätesteckdose. Ein solider Standard für die kleine Holzwerkstatt mit Netzgeräten.

  • Leistung 1.000 W
  • Behälter 25 l
  • Staubklasse L

Geeignet für: Heimwerker, die regelmäßig sägen und schleifen

Datenblatt, Vor- und Nachteile
Leistung
1.000 W
Behälter
25 l
Staubklasse
L
Gerätesteckdose
ja, nur für Netzgeräte
Lautstärke
72 dB(A)
Gewicht
7,0 kg

Vorteile

  • Staubklasse L
  • Einschaltautomatik für Netzgeräte
  • laut Datenblatt 72 dB(A)

Nachteile

  • Klasse L statt M, für viel Buche und Eiche nicht ideal
  • Schlauch eher dünn

Bosch PEX 400 AE

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Netz-Exzenterschleifer der grünen Bosch-Linie mit 370 W und Drehzahlvorwahl. Mit Kabel startet er einen Sauger über dessen Gerätesteckdose mit.

  • Antrieb Netz, 370 W
  • Schleifteller 125 mm
  • Schwingkreis 5 mm

Geeignet für: Heimwerker, die größere Flächen am Sauger schleifen

Datenblatt, Vor- und Nachteile
Antrieb
Netz, 370 W
Schleifteller
125 mm
Schwingkreis
5 mm
Gewicht
1,9 kg laut Bosch
Schwingzahl
4.000 bis 26.000 /min

Vorteile

  • elektronische Drehzahlvorwahl
  • Netzgerät: startet einen Sauger mit Gerätesteckdose automatisch mit
  • Kunststoffkoffer im Lieferumfang

Nachteile

  • die Microfilter-Staubbox ersetzt keinen Sauger
  • schwerer als kleine Einhand-Exzenterschleifer

Scheppach PL55

Scheppach, Preisklasse € (Einsteiger)

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Günstige Netz-Tauchsäge im Set mit zwei Führungsschienen. Ein Einstieg, um Plattenzuschnitte ohne Tischkreissäge zu erledigen.

  • Antrieb Netz, 1.200 W
  • Schnitttiefe 90° 55 mm
  • Schnitttiefe 45° 45 mm

Geeignet für: Einsteiger, die erst einmal ausprobieren wollen

Datenblatt, Vor- und Nachteile
Antrieb
Netz, 1.200 W
Schnitttiefe 90°
55 mm
Schnitttiefe 45°
45 mm
Lieferumfang
2 Schienen à 700 mm

Vorteile

  • Schienen im Set
  • sehr günstig
  • Standardblatt 160 mm

Nachteile

  • zweigeteilte Schiene weniger präzise als eine durchgehende
  • keine Drehzahlregelung

Paket 3: rund 2.000 bis 2.500 Euro

Für ambitionierte Holzwerker, die in einem Profisystem bleiben wollen: Makita LXT, Metabo CAS oder Bosch Professional. Hier zählen Präzision, Staubabsaugung und genug Akkus.

  • Bohrschrauber im Set, Stichsäge und Multitool aus dem gewählten System
  • Akku-Tauchsäge mit Führungsschiene, das teuerste Einzelgerät
  • Exzenterschleifer und eine kleine Oberfräse für Kanten und Nuten
  • Sauger mit Staubklasse M, wenn du viel Buche oder Eiche bearbeitest
  • hochwertiges Handwerkzeug und mindestens drei bis vier Akkus

Die Tauchsäge zeigt gut, wie sich die Systeme unterscheiden:

ModellAntriebSchnitttiefe 90°PreisklasseLink
Makita DSP600Makita2x 18V LXT56 mm€€€Amazon*
Metabo KT 18 LTX 66 BLMetabo1x 18V CAS66 mm€€€Amazon*
Bosch GKT 18V-52 GC ProfessionalBosch Professional1x 18V Bosch Professional (AMPShare)52 mm (46 mm mit Führungsschiene)€€€Amazon*

Schnitttiefe ohne Führungsschiene, mit Schiene sind es einige Millimeter weniger (Bosch: 52 mm ohne, 46 mm mit Schiene).

Die Makita braucht zwei Akkus gleichzeitig, Metabo und Bosch kommen mit einem aus. Wer viel sägt, plant bei Makita entsprechend mehr Akkus ein.

Was warten kann

  • Oberfräse: erst kaufen, wenn ein Projekt Nuten, Falze oder Kantenprofile verlangt.
  • Tauchsäge: solange du selten Platten schneidest, lass zuschneiden.
  • Bohrhammer: nur nötig, wenn du in Beton bohrst. Prüfe vorher, woraus deine Wände bestehen.
  • Winkelschleifer: eher für Metall als für die Holzwerkstatt.
  • Großakkus ab 8 Ah: für Bohrschrauber und Stichsäge unnötig schwer. Wie du Akkugröße und Wattstunden einordnest, steht in 12V oder 18V.

Typische Fehlkäufe

  • Zwei Akkusysteme: zwei Ladegeräte und Akkus, die nie dort sind, wo du sie brauchst.
  • Billige Komplettkoffer, die an Zwingen, Sägeblättern und Bits sparen.
  • Zu große Maschinen für kleine Räume, etwa eine Tischkreissäge im Mietkeller.
  • Schleifen ohne geeigneten Sauger: Feiner Holzstaub verteilt sich in der ganzen Wohnung.
  • Billige Zwingen und Sägeblätter: hier merkst du den Qualitätsunterschied sofort.

Die Paketsummen sind Richtwerte aus Händlerpreisen, Stand Oktober 2026. Aktionen verschieben sie deutlich.

Häufige Fragen

Was ist das erste Werkzeug, das ich kaufen sollte?

Meist ein Akku-Bohrschrauber, weil du damit fast alles bohrst und schraubst. Er legt aber dein Akkusystem fest. Wenn du dir beim System noch unsicher bist, fang mit Japansäge, Zwingen und Winkel an. Die ersten kleinen Projekte gehen auch ohne Akku.

Brauche ich gleich eine Tauchsäge oder Tischkreissäge?

Nein. Für die ersten Projekte genügen Japansäge und Stichsäge, gerade Plattenzuschnitte lässt du im Baumarkt machen. Eine Tauchsäge mit Schiene lohnt sich, wenn du regelmäßig Plattenmaterial verarbeitest.

Reicht ein Schlagbohrschrauber für die Wandmontage?

In Mauerwerk und Ziegel meist ja. Viele Mietwohnungen haben aber Wände aus Stahlbeton, dort stößt ein Schlagbohrschrauber schnell an Grenzen. Dann brauchst du einen Bohrhammer.

Lohnen sich günstige Werkzeugkoffer mit 50 Teilen?

Meist nicht. Sie enthalten viel, was du nie nutzt, und sparen an Zwingen, Sägen und Bits, die du täglich brauchst. Besser wenige, gute Einzelteile kaufen.

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