Akku oder Kabel? Die Entscheidung je Gerät für die kleine Werkstatt

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In einer kleinen Werkstatt gibt es oft genau eine Steckdose, und die ist schon vom Licht belegt. Akkugeräte klingen da nach der einfachen Lösung. Für manche Geräte stimmt das, für andere zahlst du mit Akku mehr und bekommst weniger. Hier steht für jeden Gerätetyp, was sinnvoller ist und warum.

Die Entscheidungstabelle

Gerät Empfehlung Warum
Bohrschrauber Akku kurze Einsätze, ständiges Umsetzen, Kabel stört bei der Montage
Stichsäge Akku kurze Schnitte, Kurven, oft am Werkstück entlang gehen
Multitool Akku kurze Einsätze an wechselnden Stellen, oft in der Wohnung statt in der Werkstatt
Tauchsäge beides möglich Akku, wenn du schon große Akkus hast, sonst Netz. Lautstärke gleich
Exzenterschleifer eher Kabel läuft lange am Stück, hängt am Sauger, Netzgerät startet den Sauger mit
Oberfräse Kantenfräse Akku, große Fräse Kabel kleine Fräsen sind kurz im Einsatz, tiefe Nuten fressen Akku
Sauger Kabel läuft während der ganzen Arbeit, Gerätesteckdose nur am Netz-Sauger
Bohrhammer Akku für ein paar Löcher, Kabel für Dauereinsatz für Dübellöcher reicht Akku, für Stemmen und Serienbohrungen lieber Netz

Das Argument, das oft übersehen wird: die Gerätesteckdose

Viele Werkstattsauger haben eine Gerätesteckdose mit Einschaltautomatik. Du steckst die Schleifmaschine in den Sauger, und sobald du sie einschaltest, läuft der Sauger mit und geht mit ihr wieder aus. Das funktioniert nur mit Netzgeräten, denn ein Akkugerät hat kein Kabel, das der Sauger erkennen könnte.

Mit Akkugeräten musst du den Sauger von Hand ein- und ausschalten oder eine Funklösung nachrüsten:

Hersteller Lösung Bindung
Makita AWS: Bluetooth zwischen AWS-fähigem Akkugerät und Sauger, der Adapter WUT02U passt laut Makita auch an Netz-Sauger anderer Hersteller mit Gerätesteckdose Akkugerät muss AWS-fähig sein
Festool Bluetooth im Sauger, koppelt mit Festool-Bluetooth-Akkus, alternativ Fernbedienung am Schlauch nur Festool
Bosch Professional Set GCA 30-42 und GCT 30-42: Sender am Werkzeug erkennt die Vibration, Empfänger in der Gerätesteckdose schaltet den Sauger laut Bosch markenunabhängig, Sender pro Werkzeug

Dass Bluetooth-Start an die Marke bindet, beschreibt auch Jonas Winkler in seinem Video zum Parkside-Werkstattsauger: Fremde Bluetooth-Akkus fand die App nicht. Vibrationssender, die mit jedem Akkugerät funktionieren, gibt es von Bosch Professional, Metabo, Starmix und Flex. Die Details aller Funklösungen stehen im Ratgeber Absaugung in der kleinen Werkstatt.

ModellLeistungBehälterStaubklasseGerätesteckdosePreisklasseLink
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Bosch GAS 12-25 PL ProfessionalBosch Professional1.250 W25 lLja, nur für Netzgeräte€€Amazon*

Bohrschrauber, Stichsäge, Multitool: klar Akku

Diese drei Geräte laufen selten länger als ein paar Minuten am Stück. Dafür trägst du sie ständig herum: zur Wand, an die Leiter, unter die Arbeitsplatte. Ein Kabel ist hier eher Stolperfalle als Vorteil. Für Bohrschrauber reichen 2 bis 3 Ah, für Stichsäge und längeres Arbeiten mit dem Multitool sind 4 Ah die bessere Basis. Mehr dazu im Vergleich 12V oder 18V.

Der Bohrschrauber ist meist das erste Akkugerät und legt dein System fest. Stichsäge und Multitool kaufst du danach solo im selben System.

Tauchsäge: Akku nur mit passenden Akkus

Eine Akku-Tauchsäge ist praktisch, wenn du Platten auf dem Balkon oder im Keller ohne gute Steckdose zuschneidest. Zwei Punkte entscheiden:

  • Wie viele Akkus braucht sie? Die Makita DSP600 nimmt zwei 18V-Akkus gleichzeitig, die Tauchsägen von Metabo und Bosch Professional kommen mit einem aus. Bosch empfiehlt für die GKT 18V-52 GC ProCORE18V-Akkus ab 5,5 Ah.
  • Wie viel schneidest du am Stück? Bosch nennt für die grüne Akku-Handkreissäge UniversalCirc 18V-53, eine Handkreissäge und keine Tauchsäge, rund 33 m Schnitt in 19-mm-Spanplatte pro 2,5-Ah-Ladung. Für ein Regal reicht das gut, für einen ganzen Schrank aus mehreren Platten planst du einen zweiten Akku ein.

Leiser wird die Säge ohne Kabel nicht: Makita gibt für die DSP600 und die Netz-Tauchsäge SP6000 jeweils 95 dB(A) Schalldruck an.

ModellAntriebSchnitttiefe 90°PreisklasseLink
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Makita DSP600Makita2x 18V LXT56 mm€€€Amazon*
Bosch GKT 18V-52 GC ProfessionalBosch Professional1x 18V Bosch Professional (AMPShare)52 mm (46 mm mit Führungsschiene)€€€Amazon*

Exzenterschleifer: lieber Kabel

Schleifen dauert. Eine Tischplatte schleifst du in mehreren Körnungen nacheinander, und die ganze Zeit soll der Sauger mitlaufen. Mit einem Netz-Schleifer am Sauger mit Gerätesteckdose läuft das automatisch, und kein Akku geht mitten in der Fläche aus.

Ein Akku-Schleifer lohnt sich, wenn du schon große Akkus und eine Funklösung für den Sauger hast und vor allem kleine Flächen oder Kanten schleifst, oder wenn die Arbeit außerhalb der Werkstatt stattfindet.

Netz, startet den Sauger mit

Bosch PEX 400 AE

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Netz-Exzenterschleifer der grünen Bosch-Linie mit 370 W und Drehzahlvorwahl. Mit Kabel startet er einen Sauger über dessen Gerätesteckdose mit.

  • Antrieb Netz, 370 W
  • Schleifteller 125 mm
  • Schwingkreis 5 mm

Geeignet für: Heimwerker, die größere Flächen am Sauger schleifen

Datenblatt, Vor- und Nachteile
Antrieb
Netz, 370 W
Schleifteller
125 mm
Schwingkreis
5 mm
Gewicht
1,9 kg laut Bosch
Schwingzahl
4.000 bis 26.000 /min

Vorteile

  • elektronische Drehzahlvorwahl
  • Netzgerät: startet einen Sauger mit Gerätesteckdose automatisch mit
  • Kunststoffkoffer im Lieferumfang

Nachteile

  • die Microfilter-Staubbox ersetzt keinen Sauger
  • schwerer als kleine Einhand-Exzenterschleifer
ModellSchleiftellerSchwingkreisAkkusystemPreisklasseLink
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Bosch GEX 18V-125 ProfessionalBosch Professional125 mm2,5 mmBosch Professional 18V (AMPShare)€€€Amazon*
Einhell TE-RS 18 LiEinhell125 mm2 mmEinhell Power X-Change 18V€Amazon*

Oberfräse: Kantenfräse mit Akku, große Fräse am Netz

Bei Oberfräsen musst du unterscheiden:

  • Kantenfräse: Fasen, Rundungen, kleine Nuten. Kurze Einsätze, wenig Gewicht. Akku passt gut. Die GKF 18V-8 von Bosch Professional wiegt 1,1 kg ohne Akku. Schon für die kleine grüne Akku-Fräse mit Taucheinheit nennt Bosch rund 17 m Nut mit 10-mm-Fräser pro 4,0-Ah-Ladung. Das reicht für einige Regalböden, für eine Serie Nuten planst du einen zweiten Akku ein.
  • Große Oberfräse: tiefe Nuten, Schablonenarbeit, Fräsen im Tisch. Hier spricht viel für Netz: Die Fräse läuft lange unter Last, am Kabel geht ihr dabei nie der Strom aus.

Auch hier hilft der Akku nicht gegen Lärm: Bosch gibt für die Akku-Kantenfräse GKF 18V-8 einen Schalldruck von 87 dB(A) an.

ModellAkkusystemSpannzangenGewichtPreisklasseLink
Bosch GKF 18V-8 ProfessionalBosch ProfessionalBosch Professional 18V (AMPShare)6 mm, 8 mm, 1/4 Zoll1,1 kg ohne Akku€€€Amazon*
Bosch Router Combi Set (AdvancedTrimRouter 18V-8)Bosch (Home & Garden)Power for All 18V6 mm, 8 mm1,1 kg ohne Akku (Kantenfräse), 2,1 kg ohne Akku (Oberfräse)€€Amazon*

Sauger: Kabel, Akku höchstens als Zweitgerät

Der Sauger läuft während der ganzen Arbeit. Akku-Sauger sind praktisch zum schnellen Aufräumen ohne Kabel, als dauerhafte Absaugung für Schleifer und Säge passen sie schlechter. Dazu kommt die Gerätesteckdose, die es nur am Netz-Sauger gibt. Für feinen Holzstaub sollte der Sauger mindestens Staubklasse L haben, warum, erklärt der Ratgeber zu den Staubklassen.

Bohrhammer: kommt auf die Wände an

Für ein paar Dübellöcher in Beton, etwa beim Aufhängen von Regalen in einer Mietwohnung, ist ein Akku-Bohrhammer bequem und braucht kein Verlängerungskabel bis zur Wand. Wer regelmäßig in Beton bohrt oder Fliesen abstemmt, fährt mit einem Netzgerät günstiger, weil keine großen Akkus nötig sind.

Kosten: was du wirklich vergleichst

  • Du hast schon Akkus: Dann zahlst du nur das Solo-Gerät ohne Akku und Ladegerät. Der Preisabstand zum Netzgerät schrumpft, und die Tabelle oben entscheidet.
  • Du hast noch keine Akkus im passenden System: Rechne Akku und Ladegerät mit ein. Dann ist das Netzgerät fast immer günstiger.
  • Solo gegen Netz: Ohne Akku gerechnet ist die Akku-Variante nicht automatisch teurer. Im Stichsägen-Vergleich von GOTOOLS TV waren die Akku-Solo-Geräte von Makita und Bosch sogar günstiger als die Kabelvarianten. Das ist eine Einzelbeobachtung, prüfe die Preise für dein Gerät selbst.
  • Große Verbraucher: Tauchsäge und Oberfräse brauchen große Akkus. Wenn du die nur für ein Gerät kaufst, lohnt sich der Akku selten.

Welches Akkusystem du wählst, entscheidet, wie günstig die Solo-Geräte später sind. Dazu mehr im Ratgeber Welches Akkusystem passt zu dir? und in der Grundausstattung nach Budget. Wie du Lärm und Staub in der Wohnung in den Griff bekommst, steht unter Werkstatt in der Wohnung.

Häufige Fragen

Sind Akkugeräte leiser als Netzgeräte?

Nicht grundsätzlich. Makita gibt für die Akku-Tauchsäge DSP600 und die Netz-Tauchsäge SP6000 denselben Schalldruck von 95 dB(A) an. Laut sind Sägeblatt, Fräser und Schleifpapier, nicht das Kabel.

Kann ein Akkugerät den Sauger automatisch einschalten?

Über die Gerätesteckdose allein nicht, denn dort steckt kein Kabel. Dafür gibt es Funklösungen: Festool und Makita (AWS) koppeln per Bluetooth, aber nur mit eigenen Akkus oder Werkzeugen. Das Bosch-Professional-Set GCA/GCT 30-42 erkennt dagegen die Vibration des Werkzeugs und schaltet einen Netz-Sauger mit Gerätesteckdose ein, laut Bosch auch Sauger anderer Hersteller. Vibrationssender, die mit jedem Akkugerät funktionieren, gibt es von Bosch Professional, Metabo, Starmix und Flex, eine Übersicht steht im Ratgeber Absaugung in der kleinen Werkstatt.

Brauche ich große Akkus für Tauchsäge und Fräse?

Für längere Schnitte ja. Bosch empfiehlt für die Tauchsäge GKT 18V-52 GC ProCORE18V-Akkus ab 5,5 Ah. Für die kleine grüne Akku-Fräse mit Taucheinheit empfiehlt Bosch mindestens 4,0 Ah und nennt damit rund 17 m Nut mit einem 10-mm-Fräser pro Ladung.

Lohnt sich ein Akku-Sauger für die Werkstatt?

Als Zweitgerät zum schnellen Aufräumen ja. Als Absaugung beim Schleifen ist ein Netz-Sauger mit Staubklasse L und Gerätesteckdose meist die bessere Wahl, weil er unbegrenzt läuft und das Werkzeug automatisch mitstartet.

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Quellen